Pressebericht und YouTube Video zur Ausstellung „New(/)paper“ von Ruth Tauchert

Zeitungsartikel aus den Jülicher Nachrichten vom 22.05.2019 von Jakub Drogowski

Das Interview mit der Künstlerin finden Sie unter: Interview zur Ausstellung New(/)paper

Zeichnungen und Skulpturen auf Papier

Bonner Künstlerin Ruth Tauchert präsentiert ihre Ausstellung „New(/)paper“.

Zahlreiche Kunstinteressierte zu Gast.

Jülich, die Jülicher Kunstszene ist um ein Ereignis reicher. Protzige Leinwandgemälde und mondäne Motive sucht man in der aktuellen Galerieausstellung vergebens. In der „Galerie an der Zitadelle“ fand jetzt die Eröffnung einer neuen Ausstellung statt. Mit ihrer Präsentation „New(/)paper“ präsentierte die Bonner Künstlerin Ruth Tauchert dynamische Zeichnungen und Skulpturen auf und aus Papier. Der Name war somit Programm.

Rührig und entspannt

Zahlreiche Kunstinteressierte fanden sich an diesen späten, aber angenehmen Samstagnachmittag in der Düsseldorfer Straße 12 ein, um in der Galerie an der Zitadelle die neu ausgestellten Kunstwerke zu begutachten. Zur Begrüßung gab es Canapès, Sekt und Orangensaft. Eine rührige, aber dennoch entspannte Atmosphäre herrschte in der Galerie, während sich die Künstlerin  für jeden Gast Zeit nahm. Tauchert gab dem Galeristeninhaber Pieter Loven ein kurzes Interview vor versammeltem Publikum. Ein gelungenes Konzept, denn dadurch wurde allen Gästen die Gelegenheit gegeben, einen Einblick zu gewinnen in die Ideenwelt und Motive der Bonner Künstlerin. So entwickelte sich bloßes Betrachten immer mehr zur kritischen und interessierten Inaugenscheinnahme.

Artikel über die Ausstellung New(/)paper von Ruth Tauchert in der Galerie an der Zitadelle am 18.05.2019 in den Jülicher Nachrichten
Künstlerin Ruth Tauchert im Gespräch mit Galerieinhaber Pieter Loven. Im Hintergrund eines ihrer Bilder. Foto Jakub Drogowski

 

„Papier ist mein Medium, ein sehr schnelles Medium.“ bekräftigte Frau Tauchert häufig an diesem frühen Abend. Die gebürtige Kölnerin stellte vor Gästen immer wieder klar, dass sie eine Zeichnerin sei, keine Malerin. Ihre gezeichneten Werke bestechen durch formale Schlichtheit, versprühen dennoch, dank ihrer klaren Struktur, einen Eindrcuk von Kraft und Lebendigkeit. „Papier verzeiht keine Fehler und ich radiere nie“ sagte Tauchert vor einem ihrer Bilder und bewies, dass Zeichen ein Adrenalin-getränktes Unterfangen sein kann.

Von besonderem Temperament sind ihre Live-Zeichnungen während der Aufführungen in der Bonner Oper. Seit sieben Jahren hält sie mit flinker Künstlerhand Bewegungen der Tänzer und Schauspieler auf Papier fest. Von der Intendantenloge des Opernhausen aus hat sie zwar einen guten Blick auf die Bühne, ihre eigen Kunstfertigkeit muss sie jedoch bei fast vollständiger Dunkelheit vollführen. Eine kleine Leselampe mit minimlaen Lichtpegel ist ihr einziges Hilfsmitte. Stifte, Wasserglas und Hustenbonbons müssen seit Jahren ihren festen Platz haben und werden durch Ertasten erkannt.

„Wie ein Geschenk“

Trotz dieser erschwerten Bedingungen schafft es Tauchert oftmals bereits zur Pause, eine fertiggestellte Zeichnung zu präsentieren. Lediglich ihre Signatur ergänzt sie in ihrem Atleie. Bildende Kunst, die darstellende Kunst in ihrem dynamischen Moment festhält. „In der Intendanteloge der Bonner Oper zu arbeiten ist jedes Mal ein Geschenk, das möchte ich noch lange ausüben“, erklärte Tauchert.

Bereits zum zweiten Mal nach 2013 stellt tauczhert in der Galerie an der Zitadelle aus. „Das ist eine tolle Galerie her und wir haben eine super Zusammenarbeit“, führte die Bonnerin aus, deren künstlerischer Weg mit dem Studium der Bildhauerei und der Ausbildung zur Goldschmiedin begann. So fanden sich in der Galerie auch einige kleine Bronzestatuetten, die während eines Austellungsprojektes des Ägyptischen Museums der Universität Bonn neben originalen altägyptischen Artefakten präsentiert wurden. „Agyptische Kunst ist sehr hart und statisch“, so Tauchert. Mit ihren lebendigeren aber stilgleichen Figuren wollte sei eine zeitgenössischen Kontrast zur pharaonischen Epoche setzen. Ganz im Sinne von New(/)paper fanden ebenfalls überraschend schwere Skulpturen aus Wachs und Papier ihren Weg in die Ausstellung. Auch deren Motive waren antiken Ursprungs, so wie viele von Taucherts ausgestellten Werken in der Galerie. Die Ausstellung „New(/)paper“ in der Galerie an der Zitadelle läuft bis zum 01. Juni 2019.

Weitere Informationen unter:

Homepage Ruth Tauchert

Künsterlin Ruth Tauchert